Verband Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB

Delegiertenversammlung


Die Delegiertenversammlung (DV) ist das höchste Organ des VSPB und wird alle zwei Jahre von einer unserer Sektionen oder dem Verbandssekretariat durchgeführt.

An der Delegiertenversammlung werden zwischen 250 und 300 Vertreter/-innen aus den Sektionen (Delegierte, Ehrenmitglieder und sämtliche Vertreter/-innen des VSPB) sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften teilnehmen.

Delegiertenversammlung 2024

Die 97. Delegiertenversammlung des VSPB findet am 13. und 14. Juni 2024 in Crans-Montana VS statt und wird von dem VSPB und der Gewerkschaft der Kantonspolizei Wallis organisiert. 


Thementag: Führt der Personalmangel zur Verzichtsplanung?

Der Personalmangel bei den Schweizer Polizeikorps ist seit vielen Monaten ein Brennpunkt. Das haben mittlerweile alle erkannt. Polizistinnen und Polizisten verlassen ihren Arbeitgeber. Sie sind frustriert, ausgebrannt oder erhalten ein besseres Angebot. Die Privatwirtschaft lockt mit höheren Gehältern, regulären Arbeitszeiten, verantwortungsvollen Aufgaben. Die benötigte Anzahl Aspirantinnen und Aspiranten für Polizeischulen zu finden wird immer schwieriger, oder wird im schlimmsten Fall, wegen politischer Fehlentscheide gekürzt. Die Rekrutierungskampagnen der Korps haben sich in manchen Kantonen den Zeiten angepasst, führen aber   selten zum erhofften Resultat.

Verschlimmernd kommt hinzu, dass die Politik ständig mehr Aufgaben der Polizei überträgt, ohne dabei dem Personalmangel Rechnung zu tragen. Aktuell gerade der Vorschlag des Nationalrates, welcher ein einheitliches Verbot von Littering mit Bussen bis 300 Franken vorsieht. Wer soll diese Aufgaben ausführen, wenn das nötige Personal nicht gesprochen wird?

Was tun wir also?

Mehrere Polizeikorps haben versucht, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Einige, indem sie einen Teil der Polizeistationen (oft in den Vororten) verkleinert und so das Personal konzentriert haben. Andere, indem sie mehrere Korps miteinander fusioniert haben, um bessere Synergien zu schaffen. Aber eines ist klar: Wenn die Gesamtmenge klein ist, werden am Ende alle darunter leiden, vor allem die Kolleginnen und Kollegen. Schon in der Vergangenheit war die Diskussion über die Übertragung von Polizeidienstleistungen an private Sicherheitsunternehmen ein Thema. Das wird auch in Zukunft so sein, mit allen Fragen der staatlichen Aufgabenhoheit, der Rechenschaftspflicht und der öffentlichen Akzeptanz.

Ein schwieriger Aspekt, der aber zwangsläufig aufgegriffen werden muss, ist die Möglichkeit einer Verzichtsplanung mit einer klaren politisch gestützten Priorisierung der Aufgaben. Diese erhält somit eine viel grössere Bedeutung. So wird zum Beispiel im Kanton Nidwalden diskutiert, die Nachtpatrouillen abzuschaffen. Eine Verzichtsplanung wird starke Auswirkungen auf die Sicherheit der Bevölkerung mit sich ziehen. Wie sicher fühlen sich Herr und Frau Schweizer, wenn im Notfall anstatt nach 15 Minuten, erst nach 60 Minuten jemand zur Hilfe eilen kann? Was, wenn beispielsweise bei kleineren Unfällen mit Sachschaden (wie schon in anderen Nachbarländern) die Polizei nicht mehr ausrücken wird?

Der VSPB führte im Frühling 2023 bei seinen rund 27‘000 Mitgliedern eine Umfrage zur Attraktivität des Polizeiberufes durch. Insgesamt haben 7600 Polizistinnen und Polizisten den Fragebogen ausgefüllt.

Nebst vielen anderen interessanten Aussagen, gaben 85.3% der Teilnehmenden an, dass bei ihrem aktuellen Polizeikorps nicht alle freien Stellen besetzt sind. 
Gemäss 87.2% der Befragten haben ihr Korps ein Rekrutierungsproblem.
75.4% der Teilnehmenden hatten Ende 2022 bis zu 100 Überstunden notiert.

Damit sie ihre jetzige Stelle beibehalten, müssten sich gemäss den Antworten der Lohn, das Arbeitsmodell und die Arbeitsbedingungen ändern.

Dies sind alles Aussagen, welche direkt von der Basis kommen. Das stimmt nachdenklich und zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Leistungen abbauen innerhalb der Polizei ist der letzte Ausweg. Der akute Personalmangel, die Mehrbelastung durch die Politik und der Spardruck bei den Personalbudgets zwingen uns jedoch, eine Verzichtsplanung in Betracht zu ziehen.

Anmeldung DV 2024

 

 

 

 


 

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